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Mit Robert Burns durch Dunedin

Aber was ist mittlerweile mit Robert Burns passiert? Sein Platz verwaist, der Mann verschwunden. Flüchtete er etwa vor der Sonne, die heute unverständlicherweise schon seit drei Stunden niederbrennt und das übliche heimelige Highlandwetter mit seinen pfeifenden Böen und klatschenden Schauern fast vergessen macht?
Oder hat er eine Auszeit genommen? Sich einen Maltwhiskey im "Robert-Burns-Pub" genehmigt und dann der Touristengruppe um den Fremdenführer im Schottenrock angeschlossen? Der Dudelsackpfeifer spielte auf, man reichte Haggis, gefolgt von einem schottischen Drei-Gänge-Menü mit, naja, neuseeländischem Wein, und zuletzt wurden Tartans vorgeführt, Schottenröcke, die, man höre, in Dunedin gewebt wurden. Scotland the brave - nothin' missin'.
Nein. Nichts davon hätte einen Mann wie Robert Burns so beeindrucken können, dass er freiwillig seinen Beobachtungposten geräumt hätte. Dass aber, und das ist des Rätsels Lösung, ein Unhold, ein "lokaler Barde" sich da unten unters Touristenvolk mischt und ganz ungeniert als "lebender Robbie Burns" Verse minderer Güte vorträgt - das haut ja wohl den stärksten Poeten vom Sockel.

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